Nach dem Bruderkrieg gegen Antonius und der Vernichtung seiner Feinde nahm Oktavian den Namen Augustus an und übernahm die Rolle des Wiederherstellers des Friedens, der durch eine Wiederbelebung der alten Sitten Rom wieder zu dem machen sollte, was es nach dem Willen seiner Gründer sein sollte.
Im alten Rom drückte die Politik ihre Vorstellungen seit jeher durch die Architektur aus. Das Programm des Kaisers Augustus ist leichverständlich: durch die Wiederherstellung der Traditionen der Gens Julia wollte er dem Prinzipat Legitimität verleihen. Sein Forum befand sich vor dem Cäsars, war aber größer und beeindruckender. Im Zentrum war der Tempel des Mars, des Vaters der Römer, hier in seiner Funktion als Rächer.
Im Inneren des Tempels stand die Statue der Venus, der Mutter des Aeneas und Julius Caesars. In den Exedren der seitlichen Säulenhallen befand sich auf einer Seite die Statue des Aeneas und der Könige von Albalonga, auf der anderen die des Romulus und der Väter der Republik.
Die Bildsprache war für jeden Römer leicht verständlich: Der triumphierende Princeps wird von seinen göttlichen Vorfahren und von Persönlichkeiten aus der Geschichte der Republik begleitet, die so eine sichtbare Zusammenfassung des augusteischen Kompromisses bieten. Auf der gegenüberliegenden Seite der Via die Fori Imperiali befinden sich die Reste des Cäsarforums.