Das Marcellustheater ist das einzige erhaltene Gebäude, das Theateraufführungen diente. Der Bau wurde von Julius Cäsar begonnen, der so die Erinnerung an das unweit gelegene Theater seines Erzfeindes Pompejus auslöschen wollte, und von Augustus vollendet, der ihn dem Ehemann seiner Tochter, Marcellus, widmete.
Bis zu diesem Zeitpunkt fanden Theaterschauspiele in Holkonstruktionen statt, die jeweils extra zu diesem Zweck errichtet wurden. Mit diesem Gebäude wird das klassische Schema für das römische Theater festgelegt, bei dem die Zuschauerränge auf Mauerstrukturen aufliegt und nicht auf einem natürlichen Abhang, während das Bühnenbild von einer hohen Wand mit mehreren Stockwerken mit Nischen, Säulen und Statuen gebildet wird.
Der reich dekorierte Stoffvorhang wurde in einem tiefen Kanal zu Füßen der Bühne aufbewahrt. Die Schauspieler bewegten sich auf der Bühne vor der Rückwand, und die untersten Stufen des Theaters waren den Senatoren vorbehalten, während der Rest des Publikums auf den höheren Rängen saß.
Im Marcellustheater waren ca. 20.000 Sitzplätze. Das ursprüngliche Aussehen wurde im Mittelalter stark verändert, als die Festung der Pierleoni eingebaut wurde, die im 16. Jh. von Baldassare Peruzzi in die Residenz der Familie Savelli umgewandelt wurde.