Die Kirche Santa Maria in Cosmedin wurde im 6. Jh. über dem Herkulesaltar errichtet, dessen Reste in der Krypta noch sichtbar sind. Es war eine der wichtigsten römischen Diakonien, heute würde man sagen: eine Pfarrei, die wenig effizienten staatlichen Institutionen bei der materiellen in geistlichen Unterstützung der Gläubigen ersetzten.
Die Kirche, in der noch heute nach byzantinischem Ritus die Messe gelesen wird, ist durch den sogenannten Mund der Wahrheit berühmt, ein völlig profanes Element. Dieses Relief ist in Wirklichkeit ein antiker Brunnenverschluss in Form der Maske eines Flussgottes und wurde 1632 hierher verbracht. Die Legende berichtet, dass die aufmerksame Maske den Lügnern die Hand abschnitt, wenn sie ihr diese in den Mund steckten.
Auf dem Platz gegenüber von der Kirche befinden sich zwei gut erhaltene Tempel aus dem 2. Jh. v.Chr. Der rechteckige Tempel war der des Portunus, einer Gottheit, die den Flusshafen Roms beschützte, während der Rundtempel dem Hercules Olivarius geweiht war und dieser Gottheit von einem römischen Händler errichtet wurde, der sich durch Ölhandel bereichert hatte.