Der große Tempel nördlich von der Regia, in den dann die Kirche San Lorenzo in Miranda eingebaut wurde, war dem Antoninus und der Faustina geweiht. Die Inschrift ist noch ganz lesbar, obwohl die Buchstaben aus Bronze entfernt worden sind, und berichtet, dass der Tempel von Kaiser Antoninus Pius seiner geliebten Frau Faustina geweiht wurde, die 141 n. Chr. starb, und zwanzig Jahre später dem Antoninus selbst. Es handelt sich um ein neues, großartiges Beispiel für den Brauch der Vergöttlichung nach dem Tod, der mit dem Tempel Julius Cäsars begonnen hatte.
Die Verwendung der Peperinblöcke für die Seitenwände des Tempels, die diesem ein archaisches Aussehen verleihen, ist in Wirklichkeit eine eindeutige Botschaft ans römische Volk und an die Welt: Rom unterstreicht, dass sie noch die große Stadt von einst ist, die die Macht noch ebenso unter Kontrolle hat wie zur Zeit des Peperins und des Tuffsteins.
Die runden und rechteckigen Blumenbeete neben dem Tempel zeigen an, wo in diesem Teil des Forums archaische Gräber gefunden wurden, einer Gegend, die seit Gründung der Stadt von einem Friedhof eingenommen wurde. Einige der 40 gefundenen Gräber gehen auf das 10. Jh. v.Chr. zurück.