Die Synagoge von Rom, der größte jüdische Tempel in Europa, wurde von 1901 bis 1904 auf einem der vier Grundstücke errichtet, die beim Abriss der verkommensten Bauten des Ghetttos gewonnen wurden. Nach erklärtem Willen der römischen Juden sollte der neue Tempel zwischen den beiden wichtigsten Symbolen der wiedergewonnenen römischen Freiheit stehen:
dem Kapitol, Sitz der Stadtverwaltung, neben dem sich das Denkmal für Viktor Emanuel II befindet, und dem Gianicolo, dem Ort harter Schlachten zur Zeit der Renaissance, wo heute das Denkmal Garibaldis steht. Ein anderes Ziel war, dass die Synagoge groß und von allen Aussichtspunkten der Stadt aus sichtbar sein sollte.
Das Fehlen antiker Vorbilder für die Konstruktion ist der Grund dafür, dass man die Architektur dem Stil vorzog; das Ergebnis war ein eklektisches Gebäude, das sich an assyrisch-babylonischen Formen orientiert. Für die römischen Juden ist die Synagoge nicht nur ein Ort des Gebets, sondern auch ein wichtiger kultureller Bezugspunkt und Raum, wo die jüdische Gemeinde eine stände Ausstellung unterhält.
Alle religiösen und weltlichen Behörden der jüdischen Gemeinde haben hier ihren Sitz. Die 15000 römischen Juden, die nicht alle im Ghetto wohnen, bilden die größte und wichtigste jüdische Gemeinde Italiens und sind, auch wenn sie ihre eigene Identität bewahrt haben, ein Beispiel für Integration in die Kultur der Stadt.