Die Pyramide des Caius Cestius ist einer der ungewöhnlichsten Grabbauten Roms. Eine der Inschriften erinnert daran, dass die Erben des reichen Organisators kaiserlicher Bankette die Pyramide, wie im Testament vorgesehen, in nur 330 Tagen errichteten.
Die Pyramide wurde in die Aurelianischen Mauern eingebaut, die im 3. Jh. n. Chr. errichtet wurden, als die schwere wirtschaftliche und politische Krise die Schwäche des Reiches klar hervortreten ließ und damit die Notwendigkeit einer neuen Stadtmauer. Diese Mauern wurden in weniger als fünf Jahren errichtet, 19 km Ziegelmauern von 6 m Höhe und dreieinhalb Metern Dicke, mit einem Wachturm etwa alle 30 m, wobei aus strategischen Gründen alle großen Gebäude einbezogen wurden, die von den Feinden als Brückenkopf für die Belagerung der Stadt benutzt werden konnten.
In der Nähe der Pyramide befindet sich die Porta Ostiense, eines der am besten erhaltenen Stadttore, durch das die Via Ostiense verlief, die Straße, die die Stadt mit dem ältesten Hafen verband: Ostia.
Durch dieses Tor zog 594 n. Chr. Totila, der Anführer der Goten, in die Stadt ein. Auf im 18. Jh. von den in Rom ansässigen Ausländern erworbenem Boden wurde der nichtkatholische Friedhof errichtet, wo unter anderem die englischen Dichter Shelley und Keats, der Sohne Goethes und Antonio Gramsci beerdigt sind.