In der Kapelle der Heiligen Treppe ist die angebliche Treppe des Praetoriums von Jerusalem erhalten, die Christus hinaufgestiegen ist und die von der Heiligen Helena nach Rom gebracht wurde. Nach anderer Auffassung gehörte die Treppe zum alten Papstpalast, von dem nur die große Apsis mit Mosaik aus dem 9. Jh. verblieben ist.
Sie besteht aus 28 Holzstufen, und die Gläubigen besteigen sie im Gebet und auf Knien.
Die Papstresidenz wurde an der Stelle der Domus Fausta errichte, die im Besitz der Frau Konstantins war und vom Kaiser dem Papst geschenkt wurde, weil sie weit genug vom noch heidnischen Zentrum der Stadt entfernt war.
Derselbe Konstantin ließ dann die Basilika für den Heiland errichten, und zwar über der Kaserne der Equites Singulares, einer Kaisergarde, die nach der Schlacht an der Milvischen Brücke aufgelöst worden war.
Vom ursprünglichen Bau, der 324 eingeweiht worden war, ist nichts mehr übrig, aber in den damaligen Quellen wird sie als größte Kirche jener Zeit beschrieben. Das heutige Innere ist das Ergebnis zahlreicher Umbauten. Die Schiffe stammen von der Erneuerung aus dem 17. Jh., mit der Borromini von Inozenz X betraut worden war. Die Kassettendecke ist vom Ende des 16. Jhs. Im Baldachin, einziges Beispiel für römische Gotik, stellen zwei Siberstatuen Petrus und Paulus dar und enthalten Reliquien dieser beiden Aposteln.
Die am Ende des 19. Jhs. erneuerte Apsis ist mit einem Mosaik aus dem 13. Jh. geschmückt. Das Querschiff geht auf die am Ende des 16. Jhs. für Sixtus V durchgeführten Arbeiten zurück.