Der Pons Cestius, für dessen Datierung wir keine sicheren Hinweise haben, kann in dieselbe Zeit gesetzt werden wie der Pons Fabricius auf der anderen Seite, der sehr viel besser erhalten ist. Wenn man über die Brücke geht, deren ursprünglicher Bau beim Bau der neuen Tibermauern fast vollständig zerstört worden ist, gelangt man nach Trastevere, das heute als typischstes und römischstes Stadtviertel dient.
In alter Zeit war der Fluss eine natürliche und gleichzeitig religiöse Grenze. Die Götter hatten die beiden Ufer getrennt, und jeder Versuch von Seiten des Menschen, diese miteinander zu verbinden, bedeutete, sich gegen den Willen der Götter aufzulehnen.
Der Bau einer Brücke war ein Sakrileg. Nur die Pontifices, die wichtigsten Priester in der römischen Antike, hatten das Recht, die Riten zu zelebrieren, die zum Bau einer Brücke erforderlich waren.
Die rechte Tiberseite blieb über lange Zeit das Wohngebiet der Ausländer, ein Ort für Nichtrömer, die folglich nicht innerhalb der heiligen Stadt im Pomerium wohnen durften.