Der Pons Fabricius wurde im Jahre 62 v. Chr. gebaut, um das Marsfeld mit der Tiberinsel zu verbinden, und hat einen Großteil der ursprünglichen Konstruktion bewahrt: Tuff- und Peperinblöcke, die mit Travertin verkleidet sind. Der Name erklärt sich durch die antike Inschrift, die die Brücke dem Fabricius zuschreibt, einem Straßenmeister.
Die beiden vierköpfigen Hermen auf der Brüstung sollten eine bronzene Balustrade tragen und sind der Grund dafür, dass die Brücke eine Zeitlang Ponte Quattro Capi genannt wurde. Im Mittelalter hieß die Brücke Pons Judaeorum, während der nahegelegene Tempel, der später von Paul IV durch Edikt geschlossen wurde, als Schola Quattro Capi bekannt war.
Der Blick, der sich von der Brücke aus bietet, ist einer der beachtenswertesten der Stadt. Unterhalb der Insel, wo sich heute der moderne Ponte Palatino befindet, war in der Antike die Furt, über die man das rechte Tiberufer und die Salzstraße erreichen konnte, und hier ließ König Ancus Marcius die erste Brücke Roms errichten, den Pons Sublicius.
Diese war ganz aus Holz wie alle Brücken bis zum 2. Jh. v.Chr., und der Legende zufolge soll Horatius Cocles hier allein gekämpft haben, um zu verhindern, dass das etruskische Heer die natürliche Grenze der Stadt überschritt und den verhassten König Tarquinius Superbus wieder an die Macht brächte.
In der Nähe der Insel sieht man den einzigen noch vom Pons Aemilius erhaltenen Bogen, der heute „Rotto" genannt wird, d. h. kaputt; es handelt sich um die erste gemauerte Brücke aus dem 2. Jh. v.Chr., die von der an dieser Stelle besonders starken Strömung des Tiber mehrfach zerstört worden ist.