Der Komplex von San Michele geht auf das Ende des 17. Jhs. zurück, und zwar auf eine Initiative des Monsignor Odeschalchi, den Enkel Papst Innozenz XII. Durch eine Bulle hatte der Papst alle karitativen Institute der Stadt in einer einzigen Organisation zusammengefasst und so das gesamte Immobilienvermögen der zahllosen karitativen Einrichtungen vereinnahmt und dafür deren Unterhalt garantiert.
Dieselbe Urkunde sah eine Konzentration aller Hilfseinrichtungen und Unterbringungsmöglichkeiten in dem großen Gebäude an der Ripa Grande vor, wobei dem Architekten Carlo Fontana, der bereits mit dem Umbau des Hafens beauftragt worden war,die Aufgabe übertragen wurde, im Anschluss an das bereits existierende Altersheim eine Jugendhaftanstalt zu errichten.
So wurde San Michele das erste Beispiel für eine multifunktionale Anstalt in Europa, in der Hilfseinrichtungen, Unterbringungsmöglichkeiten, Erziehungs- und Verwahrungsanstalten für aus der Gesellschaft Ausgeschlossene zusammengefasst wurden, die am äußersten Ende des letzten Stadtviertels des päpstlichen Rom leben mussten.
Am Ende des 18. Jhs. wurde das Gebäude vorwiegend als Gefängnis benutzt, und hier wurden viele Gegner Papst Pius IX untergebracht, bis 1972 war hier eine Jugendstrafanstalt.
Heute ist der Komplex mit 27000 Quadratmetern und einer 334 Meter langen Fassade Sitz des Ministeriums für Kulturgüter und -aktivitäten und des Zentralinstituts für Restaurierungsarbeiten.
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