Der Ort, an dem der Palazzo Cenci steht, hieß schon im Mittelalter Campus Judaeorum, weil viele Juden von Trastevere hierher gezogen waren. Die Cenci beherrschten über Jahrhunderte die Straße längs des Tiber, die nach ihnen benannt ist, und die Via Arenula, und sie waren bereits im 14. Jh. eine der mächtigsten Familien Roms.
Dem Papsttum, das aus der Gefangenschaft in Avignon zurückgekehrt war, gegenüber feindlich eingestellt, wurde ein Mitglied der Familie, Pietro Cenci, verurteilt und geköpft, weil er einen Aufstand angestachelt und angeführt hatte, der sich gegen dessen allzu große Macht richtete.
Eine andere dunkle Geschichte, die zu denen gehört, die das römische Volk von jeher am meisten interessieren, ist die des Streites zwischen Cenci und dem Papst. Beatrice Cenci, ein schönes Mädchen, das unter Mithilfe seiner Geschwister seinen Vater tötete, der sich unzähliger Grausamkeiten schuldig gemacht hatte, wurde 1599 verurteilt und geköpft, unter dem Pontifikat Paps Clemens VII, der im selben Jahr Giordano Bruno zum Tode verurteilte.
Der Papst zeigte dem Mädchen gegenüber keinerlei Gnade und sprach eine Strafe aus, die dem normalerweise angewandten Prinzip der weitgehenden Straffreiheit des Adels widersprach. Das findige römische Volk drückte sich durch die Stimme des Pasquino aus, einer sprechenden Statue: es gab den Verdacht, dass dem Papst nicht so sehr die Gerechtigkeit am Herzen lag, sondern eher das Vermögen der Familie Cenci.
Vielleicht böse Nachrede. Tatsache ist, dass das Vermögen nach der Ausführung der Todesstrafe in die Kassen eines Familienmitglieds des Papstes floss.