Die Piazza Santa Maria della Pace ist eines der vollendetsten Beispiele für barocke Fassadenkunst. Der Bau der Kirche, von dem der Platz seinen Namen hat, geht auf das Jahr 1480 zurück. An der Stelle einer mittelalterlichen Kirche des Hl. Andreas ließ Sixtus IV von Baccio Ponticelli eine neue Kirche entwerfen, in Erfüllung eines Gelübdes, mit dem der Papst den Frieden für Florenz erbeten hatte, das damals von einem Bürgerkrieg heimgesucht wurde.
Der Platz und die Kirchenfassade wurden zur Zeit Alexanders VII vollständig erneuert. Mit den Arbeiten wurde Pietro da Cortona beauftragt, zusammen mit Bernini und Borromini der größte Vertreter des römischen Barock.
Der Architekt erfand eine zweistöckige Fassade mit einer halbkreisförmigen Portikus davor, die sich mit ihrer konvexen Form mit den Seitenflügeln verbindet, die als eine Art Kulissen dienen. Im Inneren der Kirche befinden sich Werke von Rosso Fiorentino und Orazio Gentileschi, außerdem die berühmten Fresken Raphaels mit den Sybillen und den Propheten, für die Michelangelo ihn der Nachahmung beschuldigte.
Auf der rechten Seite der Kirche befindet sich der Eingang zum berühmten Kreuzgang des Bramante, ein Beispiel für das Gleichgewicht von Form und Raum zur Renaissance-Zeit, das heute nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten für Sonderausstellungen benutzt wird. Geht man über die Kirche hinaus, gelangt man über verwinkelte Gassen, die noch einen Begriff vom Mittelalter vermitteln, zur Via dei Coronari.